Unvergesslich
Der Schrecken steht ihr im Gesicht.
Sie sieht die Linien ihrer Hand
von Todesängsten nass. Sie spricht
kein Wort und zittert unverwandt.
Sie ahnte es und wollt es nicht,
wollt nicht ihr Schicksal selbst beschwören.
Jetzt fühlt sie sich wie vor Gericht.
Sie möcht den Richter wohl betören,
möcht handeln, fordern, zornig sein,
möcht tausend Dinge laut beklagen.
Jetzt sitzt sie da, fühlt sich allein
und nicht ein Wort kann sie noch sagen.
Sie war bisher Protagonist
im Lebensfilm. Sie spielte gern.
Auf einmal ist sie nur Statist.
Die Handlung sieht sie wie von fern.
Sie wünscht, er wäre ausradiert,
der Tag und diese Nachricht jetzt.
Ihr ist im Innern kalt. Sie friert,
sieht aus wie gestern, doch verletzt
ist alles, was sie aufrecht hält.
Sie spürt den Riss, der weiter reißt.
Und alles um sie fällt und fällt
in tiefe Namenlosigkeit. Es beißt
jedweder Trost sie fast wie Spott.
Nur nicht alleine sein will sie.
Sie hadert mit der Welt und Gott.
Nein, diesen Tag vergisst sie nie.
Sonntag, 9. Mai 2010 13:59
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