Für Henriette
Grad brach der Frühling an,
die Osterglocken blühten auf.
Du hatt’st den ersten Schrei getan,
eröffnet deinen Lebenslauf
ganz kurz nach Mitternacht.
Jetzt herrschte Stille, Sonntagmorgen.
Ich hatt’ mich auf den Weg gemacht,
zur Feier Blumen zu besorgen
und stand vor fest verschloss’nen Türen
bei allen heimischen Geschäften.
So ließ ich mich dazu verführen,
– die Autos hupten laut nach Kräften –
euch einen Frühlingsstrauß zu rauben,
von Blumen, die am Berghang standen.
Mir war’s egal, was and’re glauben
und wie sie diesen Frevel fanden.
Mit Osterglocken und mit Zweigen
kam ich in eurem Zimmer an.
Die Sonne fing grad an zu steigen
und du erwachtest irgendwann.