Henriette am Klavier
Du, Hexenkind, greifst in die Tasten
und greifst im Handumdreh’n die Melodie,
die wie ein Ohrwurm in den Kopf einzieht.
Und alles, alles ist nur Spiel,
ist nur Musik. Im größten Hasten
setzt du dich hin, und die Gefühle, die
dich ganz beherrschten sind beim Lied
in hundert Augenblicke Schlaf gefallen. Viel-
leicht lässt du sie schlafen, Hexenkind.
Die Welt ist einfach jetzt: ganz schwarz und weiß,
der Rhythmus nicht vom Metronom, nein dir
bestimmt. Und deine Haare fallen frei
voll Anmut, wie die Hände. Und ich find
mich angewurzelt in der Tür. Kein Preis
wäre zu hoch zum Lauschen mir.
Da ist das Spiel auch schon vorbei.