Intensiv
Der Atem rasselt, hemiplegisch
verzerrt gewohnte Symmetrie.
Signale jammern fast elegisch
und Ruhe findest du hier nie.
Von Zeit zu Zeit ein hartes Blättern
in Akten, mal ein Fiebermessen.
Ringsum ein Heer von tausend Rettern,
die überm Retten schnell vergessen,
wofür sie sich so schrecklich eilen.
Der Auftrag steht, die Diagnose.
Der Monitor schreibt sauber Zeilen.
Es wäre eine einz’ge Rose
ein Sakrileg in diesem Raum,
ein Lied fast schon Kakophonie.
Man rettet sich in einen Traum,
in dessen Armen man verzieh,
was man entbehrt und gerne hätte:
ein Augentrösten, ein ‚wozu’,
nicht: die moderne Schädelstätte.
Hier ist sie fern, die letzte Ruh.