Kirmes

Schau, unser weites, leeres Feld ist heute
ein Meer von Farben, Lauten, bunten Lampen,
Bewegung in berechnet großen Kreisen –
es ist jetzt Jahrmarkt! Sieh das schreiende Plakat!

Und wie die Tiere drängen sich die Leute
ins Licht, in die Bewegung, an die Rampen.
Man wiegt sich rhythmisch zu grell- glatten Weisen,
die man kaum hörend schon begriffen hat.

Die Kinder steh’n am Rande der Karrees,
der Schein der Flackerlichter liegt auf den Pupillen,
und starren in das ungewohnte Treiben,
in ihrer Hand vielleicht umschwitzt fünf Mark.

Die woll’n berechnet sein für Wolken Zuckerschnees,
für Flaschen mit verschied’nen Liebespillen,
für Karussells auf buntspiral’gen Scheiben
und „Hau den Lukas – zeig dich stark!“

Zu schnell ist auch der letzte Groschen ausgehändigt,
es gibt nichts mehr, als Zaungast sein.
Nur eine Weile treibt man noch in Lichterfluten
und geht dann aus der Kreise Mitte heim.

Noch lange jagt Musik dich ungebändigt,
doch später Stunde Kühle bricht herein.
Ein Feuerwerk lässt einen Himmel spritzend bluten,
und wieder gräbst du in dir nach dem Reim.

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Datum: Freitag, 11. September 2009 9:49
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