Trauer
So oft glaub ich dich an der Hand,
wenn sich mein Auge willenlos
betrinkt an Schönheit. Unverwandt
schau ich zur Seite, finde bloß
mein Bild von dir. Und das Erinnern
an deine Stimme fällt nicht schwer.
Des Nachts, wenn Mond und Sterne schimmern,
geht nur mein Atem, und so sehr
wünscht ich den deinen neben mir.
Ich denke oft, du kommst herein.
Und lausche angestrengt zur Tür.
Erwarte Schritte. Doch allein
durch mich lebt jetzt dies Haus.
Und Fernseh’n, Radio und Telefon,
die Bilder, jeder Blumenstrauß
sind halb verwaist. Und monoton
klingt meine Stimme, wenn ich mir
vorm Essen die Gebete spreche.
Wenn ich in meiner Tasse rühr,
wenn ich ein frisches Brötchen breche,
dann ist es mir, als wenn es hallt.
Du wirst jetzt neben mir fast jung.
Ich aber werd alleine alt.
Doch stützt mich die Erinnerung.