Wettereinbruch

Es stürmt. Ganz unversehens. Die Böen blättern
in Karten auf Terrassentischen.
Die Gäste sind ins Inn’re der Cafés gefloh’n
bevor der finst’re Himmel sich entleert.

Auf unsichtbaren Wendeltreppen klettern
verwelkte Blütenblätter himmelwärts, verwischen
das Sediment des Sommers und ein scharfer Ton,
ein trock’ner Husten hat den Platz gekehrt.

Ich sitze noch verwaist bei meiner Tasse,
der Cappuccino ist grad halb getrunken,
die Sahne friert, der Wolkenturm hat sie verdunkelt.
Ich halte Wache für das Xylophon

der Gläser, auf dem leis der Regen spielt und fasse
die Krempe meines Huts, noch ganz versunken
in jenes Licht, das in den Tropfen funkelt
und gehe irgendwann durchnässt davon.

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Datum: Freitag, 11. September 2009 11:12
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