Stunden wie aus Staub

Stunden wie aus Staub
legen sich ganz sacht
wie im Herbst das Laub
nach durchstürmter Nacht.
Abschied liegt ganz nah,
blättert Wehmut auf,
was man lang schon sah,
nimmt jetzt seinen Lauf.
Wirfst dich einmal noch
in den Widerstand,
beugst dich letztlich doch,
nickst mit dem Verstand.

Trost ist längst verstummt,
ihm fehlt jedes Wort,
Herzen sind vermummt,
Tränenseen verdorrt.
Selbstverständlichkeit
grüßt aus jedem Raum,
doch sie ist so weit,
weiter als ein Traum.
Beißt die Lippen auf,
dass man es nicht sieht,
nimmst den Schmerz in Kauf,
wenn die Hoffnung flieht.

Keiner weiß wovon
du im Grunde sprichst,
jeder läuft davon,
du, du stehst vorm Nichts.
Hältst dich mühsam fest,
krallst dich an dein Ich,
doch am Ende lässt
dich selbst das im Stich.
Und verschwimmt der Raum
opiumdurchtränkt,
merkst du selbst es kaum,
wie es dich noch kränkt.

Und dann wird es leer,
wo du jetzt noch bist,
doch du irrst dich sehr,
glaubst du dich vermisst.
Nur Vergessen siegt
über jene Angst,
die auf jedem liegt.
Und wenn du verlangst,
dass die Welt gedenkt,
derer, die vergeh’n,
irrst du, denn sie drängt
nur zum Weitergeh’n.

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Autor: Christoph Katz
Datum: Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:08
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