Für Tante Mathilde zum 80. Geburtstag
Wenn ich an dich denke,
seh ich mich vor jener Tür
mit dem runden Klingelgriff,
mein, dass ich ihn noch spür.
Hör ein sanftes Schnarren
und dann eil’ge Schritte nah’n.
Und dann stehst du strahlend da,
gleich, was dir widerfahr’n.
Ich erinnere mich nicht,
dass ich dich mal traurig fand,
seh dich zuversichtlich tragen,
gleich was dir im Wege stand.
Gabst dir selber eine Heimat
und uns allen obendrein.
Nein, in deiner Gegenwart
da konnte man nicht mutlos sein.
Refr.:
Tante Mathilde,
du warst immer da.
Wann man dich auch brauchte,
du warst immer nah.
Und wenn man erkannte, dass man sich total verhau’n,
konnte man auf dein Verständnis jeder Zeit vertrau’n.
Langsam wurden alle,
was und wie sie heute sind.
Doch egal, was sie geworden,
sind sie noch das alte Kind.
Auch Gefühle alter Zeiten
sind nie ganz Vergangenheit,
seh mich oft bei dir erzählen,
spürte stets Geborgenheit.
Und in manchem großen Kummer
half mir, dass ich dich als Vorbild sah,
und in deinem Gottvertrauen
bist du mir noch heute nah.
Nahmst dich selber nie so wichtig,
redetest auch kaum von dir,
wie es kam, so schien es richtig,
wolltest keinen Dank dafür.
Das Spektakuläre
schlägt so gern in Bann,
doch die eigentliche Schwere
liegt im Alltag. Irgendwann
sieht man sich zufrieden
auf dem Kanapee,
und das Große und das Schöne
in der ruhigen Tasse Tee.
Du hast alles gern gegeben,
deine Arbeit, Zeit und Geld,
und dein Strahlen zeigte jedem,
dass es dir grad so gefällt.
Jeder geht auf seine Weise
mit dem Unvollkomm’nen um.
Du packst an und lächelst leise
und nimmst keinem etwas krumm.
Freitag, 29. Oktober 2010 12:56
Katz…
[...] something about katz[...]…