Herbstlied für Henriette

Wir stehen an der Promenade
vorm ‚Dreesen’, stetig fließt der Rhein.
Ich schau zum Drachenfels und gerade
fällt mir ein Heine- Liedchen ein.
Du hockst dicht neben mir, versonnen,
wirfst Steine in die graue Flut.
Oktoberlicht hat Gold gesponnen,
die Wärme tut uns noch mal gut.

Refr.:
Die Steine hüpfen zwei, drei Mal,
dann kommen sie aus uns’rem Blick,
die Wellen schlagen ohne Zahl
zum Strand und in den Fluss zurück.

Als du vor Jahren hier gestanden,
war alles gleich, nur du warst klein.
Und vieles, was wir seither fanden,
lässt uns problemlos glücklich sein.
Bleibt Heimat dort, wo man geboren,
egal, wohin das Leben treibt?
Vielleicht geht vieles erst verloren,
wenn man zu lange sesshaft bleibt.

War es gemein von mir, zu fragen,
wo du jetzt heute lieber wärst?
Was solltest du denn dazu sagen,
da du doch gleich schon weiterfährst.
So schweigst du. Und du wirfst die Steine,
als nähmen sie die Antwort ab.
Ich wüsste selber, glaub ich, keine,
an der ich nicht gezweifelt hab.

Wir fahr’n erinnerungsbeladen
ganz langsam aus der Stadt heraus.
Ich suche meinen roten Faden
und immer wieder mein Zuhaus.
Du aber spielst mit deiner Schwester
und wirfst kaum einen Blick zurück.
Ich fass das Steuer wieder fester,
noch ist es weit bis Osnabrück.

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Datum: Mittwoch, 19. Mai 2010 8:59
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Ein Kommentar

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