Le Vagabond

Viel hat dir im Leben nicht so recht gepasst,
doch hat dir dein Klagen je genützt?
Du willst Frieden stiften, den du selbst nicht hast.
Wüsstest du nur, wie man sich beschützt!
Draußen fällt ein Regen, fein wie Entenflaum.
Kannst du dich erinnern an deinen großen Traum?
Warmer Wind lässt Blätter wild im Kreis sich drehen.
Noch bleibt etwas Zeit – wir werden sehen.

Du bist alt geworden, fast wie über Nacht.
Willst es noch nicht glauben, auch wenn du es weißt.
Und das junge Mädchen, mit dem du gelacht,
fragt dich später nicht mal, wie du heißt.
Ach, sind unsre Namen mehr als Schall und Rauch?
Du weißt keine Antwort und du suchst sie nicht.
Spürst die Winterkälte und Hunger spürst du auch,
und du fasst dir tastend ins Gesicht.

Du bist dir nicht sicher, ob du es noch bist.
Dir bleibt manchmal nur Erinnerung.
Wolltest oft vergessen, was du lang vermisst,
stehst allein mit der Verwunderung,
dass die Welt sich weiterdreht, ganz gleich, was aus dir wird,
so wie sie’s schon immer tat, lang eh’ es dich noch gab,
und noch tut, wenn sich schon lange deine Spur verliert
und nichts übrig ist, nicht mal ein Grab.

Du nimmst dir noch einmal aus der Flasche nach,
die nicht ganz so einsam bleibt wie du.
Und nach ein paar Stunden bist du nicht mehr schwach.
Fast meinst du, der Spiegel hört dir zu.
Doch von diesem Aus- und Aufbruch bleibt dir nicht so viel,
und am nächsten Morgen sitzt da nur ganz fett
neben Seifenblasen ein Kater auf dem Bett.
Und du weißt, es war das alte Spiel.

Willst dein Schweigen brechen, doch du kannst es nicht,
hast vertraut und sahst dich oft enttäuscht.
Willst dich nirgends rächen, gehst nicht ins Gericht,
trägst jetzt eine Maske als Gesicht.
Soll’n die andren denken, du seist so wie sie,
willst dich nicht verrenken, dass man dich versteht.
Selbst, wenn du es wolltest, ging’s wahrscheinlich nie.
Lieber bist du der, der wortlos geht.

Man sieht dich als Trottel, mal als heil’gen Mann,
wie’s die Angst der andren gerade will.
Schnell geht man vorüber, manchen ziehst du an,
Du machst weiter, fehlt dir auch das Ziel.
Und so geht ein Tag ganz wie der andere vorbei,
du tust, was du Pflichten nennst, fällst nicht weiter auf.
Und am Ende ist es wohl auch einerlei.
So nimmt jedes Leben seinen Lauf.

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Datum: Mittwoch, 19. Mai 2010 8:57
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Ein Kommentar

  1. 1

    vagabond ,…

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