Wind hebt welke Blätter

Wind hebt welke Blätter, weht sie achtlos über Weg und Felder hin,
wirbelt ziellos durch die Weite und am Himmel siehst du Vögel ziehen,
fort in ferne Länder, siehst dem Zug noch lange nach.

Auf den nackten Feldern sitzen Krähen, so als warteten sie schon
auf die Nacht und auf den Nebel und sie krächzen laut und monoton.
Kälte fällt auf deine Glieder, hält dich lange wach.

Siehst den Blättern nach wie Stunden, Tagen, Jahren, die dir schnell entfliehen.
Möchtest irgendetwas halten, suchst den immer noch verborgnen Sinn
und verlierst dich wie die Blätter. Weißt dein Herz liegt brach.

Irgendwann kommt wieder Frühling, brechen Knospen wie verzaubert auf.
Weißt, dann nimmt das ganze Streben, Mühen, Kämpfen wieder seinen Lauf.
Doch du ahnst, dass dich die Hoffnung nur erneut verführt.

Bis dahin blüh’n auf den Scheiben lange Zeit nur Blumen ganz aus Eis.
Zahlst mit Schwermut für den Drang, das Leben zu verstehen, deinen Preis.
Würdest gern so wie die Vögel nur vom Licht geführt.

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Datum: Mittwoch, 19. Mai 2010 8:47
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