Beitrags-Archiv für die Kategory 'Liedertexte'

An der Schwelle

Mittwoch, 19. Mai 2010 9:05

Du hältst den Bogen in der Hand,
dein Köcher ist längst leer.
Dein Bogen ruht, du bist gespannt –
wo geht der Weg jetzt her?
Der Wind treibt Blätter himmelhoch,
vom alten Überschwang
blieb wenig Kraft. Du spürst sie noch.
Der Tag ist nicht mehr lang. [...]

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Für Matthias und Dorothee zum fünfzigsten Geburtstag

Mittwoch, 19. Mai 2010 9:04

Fünfzig Jahre sind verflossen,
schaust zurück und oft verschossen
sind die Bilder jener lang vergang’nen Zeit.
Keins davon hast du vergessen,
hast du auch viel unterdessen
kommen wie auch gehen gesehen, Freuden und auch Leid.
Siehst die Zukunft noch verschwommen,
hoffst das weit’re Jahre kommen,
vielleicht noch einmal soviel.
Willst du auch nicht Heesters werden,
find’st du es doch schön auf Erden,
ist das Leben auch oft mehr als ein Bühnenspiel. [...]

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Für Henriette

Mittwoch, 19. Mai 2010 9:02

Der Wind spielt sacht mit deinem Haar,
du hast es aus dem Zopf befreit.
Ich denk zurück, wie’s früher war,
in deiner Bonner Kinderzeit.
Da liefst du als die Strahlemaus
mit Ringellöckchen um das Haus.
Und lockte warmer Sonnenschein,
dann zogen wir vereint zum Rhein.
Wir suchten Steine, warfen sie
mit unermüdlich sanftem Schwung
so über’s Wasser. Ich war jung.
Nein, diese Zeit vergess ich nie. [...]

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Gerd Gust zum 50. Geburtstag

Mittwoch, 19. Mai 2010 9:00

Noch immer spielt der Sommerwind
mit deinen wirren Haar’n,
die kaum bemerkt versilbert sind
vom Staub aus fünfzig Jahr’n.
Von dem, was du begonnen hast,
war wenig nur verkehrt.
Du spürst es wohl bei aller Last:
es war der Mühe wert.
Natürlich weißt du nicht, was bleibt,
wie solltest du es auch,
du weißt nur, was dich weitertreibt,
so irgendwie im Bauch. [...]

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Herbstlied für Henriette

Mittwoch, 19. Mai 2010 8:59

Wir stehen an der Promenade
vorm ‚Dreesen’, stetig fließt der Rhein.
Ich schau zum Drachenfels und gerade
fällt mir ein Heine- Liedchen ein.
Du hockst dicht neben mir, versonnen,
wirfst Steine in die graue Flut.
Oktoberlicht hat Gold gesponnen,
die Wärme tut uns noch mal gut. [...]

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Le Vagabond

Mittwoch, 19. Mai 2010 8:57

Viel hat dir im Leben nicht so recht gepasst,
doch hat dir dein Klagen je genützt?
Du willst Frieden stiften, den du selbst nicht hast.
Wüsstest du nur, wie man sich beschützt!
Draußen fällt ein Regen, fein wie Entenflaum.
Kannst du dich erinnern an deinen großen Traum?
Warmer Wind lässt Blätter wild im Kreis sich drehen.
Noch bleibt etwas Zeit – wir werden sehen. [...]

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Mondschein

Mittwoch, 19. Mai 2010 8:56

Mondschein, deine Silbermähne
hab ich fest gepackt und sacht
schaukeln alle Wolkenkähne,
wenn wir fliegen durch die Nacht. [...]

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Für Tante Mathilde zum 80. Geburtstag

Mittwoch, 19. Mai 2010 8:54

Wenn ich an dich denke,
seh ich mich vor jener Tür
mit dem runden Klingelgriff,
mein, dass ich ihn noch spür.
Hör ein sanftes Schnarren
und dann eil’ge Schritte nah’n.
Und dann stehst du strahlend da,
gleich, was dir widerfahr’n. [...]

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Wind hebt welke Blätter

Mittwoch, 19. Mai 2010 8:47

Wind hebt welke Blätter, weht sie achtlos über Weg und Felder hin,
wirbelt ziellos durch die Weite und am Himmel siehst du Vögel ziehen,
fort in ferne Länder, siehst dem Zug noch lange nach. [...]

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Der Tag kommt

Montag, 26. Oktober 2009 12:17

Der Tag kommt, dass wir Abschied nehmen,
noch scheint er heute ziemlich weit.
Noch ahnen wir ihn nur in Schemen,
doch irgendwann kommt sie, die Zeit.
Wünsch ich mir dann, zuerst zu gehen,
begleitet von vertrauter Hand?
Ich weiß es nicht, wir werden sehen,
das „Wann“ und „Wo“ bleibt unbekannt.
Doch einmal werden wir uns halten
und wissen um das letzte Mal.
So seltsam: alles scheint beim Alten
und doch kommt dann der freie Fall. [...]

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