Beitrags-Archiv für die Kategory 'Wasserzeichen'

Wasserzeichen

Freitag, 11. September 2009 10:47

Du bist
ein Finger meiner Hand.
Ich spüre dich.
In diesem kargen Land,
am Lebensfluss,
der fließt so schnell,
so unverwandt,

hab ich sie frei,
die Hand,
an der du,
wie gesagt,
ein Finger bist
und mit mir Wasserzeichen liest.

Ein Finger mehr,
das zu begreifen und
zu halten,
was mir sonst
zerrinnt wie Sand.

Meiner Gefühle
Überstand,
mein Überstehen
braucht
Zeit, Raum und
Hand,
an der du,
wie gesagt,
ein Finger bist.

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Vertraut

Freitag, 11. September 2009 10:46

Augenwinkelpromenade,
brau’nverschattet,
Samtspur
zwischendrin.

Und unsren Worten
jagt mit Emsigkeit
Gemeintes nach –
Hase und Igel.

Weiß es schon!
Ach, sage nichts!

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Sonett zum Neununddreißigsten

Freitag, 11. September 2009 10:45

Sommersonnenwende!
Was für ein Meer
von Farben, Düften und von Licht
in all den langen Tagen!

Wer hätte eine Ahnung, fände
in all dem Wachsen ringsumher,
in dem die Kraft aus allen Zweigen bricht,
die Lust, den Blick nach ‚vorn’ zu wagen?

Die Tage werden unaufhaltsam Licht verlieren,
die Früchte werden reif und schön,
doch wird nicht eine jetzt noch angesetzt.

Und ganz allmählich kann man spüren,
wie der Elan, die Kräfte geh’n.
Der Amselruf wird bang, gehetzt.

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Oostkapelle, Pommesbude

Freitag, 11. September 2009 10:44

Ich kenne ihn schon viele Jahre.
Wenn jemand leise lächeln kann,
dann ist es er. Und ich verwahre
mir eine Spur, so gut ich kann.

Ich trag sie irgendwo in mir.
Wenn ich mal ganz verärgert bin,
dann suche ich sie und verlier
den Groll und nehm mich leichter hin.

Gesprochen haben wir fast nicht.
Ich schaue auf die ruhigen Hände
und immer wieder ins Gesicht.
Ich glaub nicht, dass ich Worte fände,

die diese Ruhe noch ergänzten.
So halt ich nur den Augenblick
ganz fest. Und unsre Augen glänzten.
Minutenlang gewährtes Glück.

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Freundschaft

Freitag, 11. September 2009 10:44

Eisblumen blühen an den Scheiben
so filigran wie nie.
Mein Atem friert – die Blumen bleiben.
Die Wärme, die ich einst verlieh,

sie kam mir irgendwie abhanden.
Und danach noch einmal zu fragen,
fehlt mir der Mut. Wir standen
zusammen, fanden nur zu sagen,

dass es doch sicher morgen fröre.
Das war an sich schon viel.
„Es geht dir bestens, wie ich höre.“

„Und selber auch? Ach, das ist gut.“
Das ist ein schönes, altes Spiel.
Und nach den Scheiben friert das Blut.

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Einmachzeit

Freitag, 11. September 2009 10:43

Los geht es wieder:
Begegnungen werden zubereitet,
kameramäßig
jetzt noch alltägliche Gesichter gepflückt.
Sauber etikettiert:
„November ….“

Der Abschied kommt
mit herbstlichem Rascheln
ausgetauschter Adressen.
Frostgefolgt.
Dann später:
Tage,
die zu Kellerregalen treiben.
Das Rot der Früchte leicht verfälscht
ins Pastell.
Aber draußen ist alles noch weiß.

Ach, Naschkatze, du!
Klaubst deinen Anteil
dir vorher heraus,
damit zu feiern
bis an die Neige.
Kein Blick geht zurück.

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Da Capo

Freitag, 11. September 2009 10:42

So unvermittelt da und fort,
Adagio war unser Ort
und unser Glück die Schwäre.

Ja, oftmals dachte ich an dich,
in Reimen umeinander schlich
ein Paar auf Charons Fähre.

Dein Bild, die Stille deines Raums,
in dir die atemlose Leere.
Und irgendwo ein Widerklang

in mir. Die Tiefe eines Traums
und seine morgendliche Schwere.
Ach, kannten wir uns lang!

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An Fritz

Freitag, 11. September 2009 10:41

In Gedanken schreib ich dir Briefe,
komm ich auch niemals dazu.
Manchmal ist mir, als riefe
ich dir Alltägliches zu,

erwartete stündlich dein Kommen.
Doch bleibe ich letztlich allein.
Und ich begreife beklommen:
ein Anteil daran ist mein.

Glaubten wir nicht, telepathisch
wären wir beide uns nah?
Ach, wir treiben apathisch
und die Nähe wird rar.

Irgendwann ist es verschwunden,
was uns im Innern verband.
Ruhlos such ich die Stunden,
in denen es heimlich verschwand.

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