Stunden wie aus Staub

Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:08

Stunden wie aus Staub
legen sich ganz sacht
wie im Herbst das Laub
nach durchstürmter Nacht.
Abschied liegt ganz nah,
blättert Wehmut auf,
was man lang schon sah,
nimmt jetzt seinen Lauf.
Wirfst dich einmal noch
in den Widerstand,
beugst dich letztlich doch,
nickst mit dem Verstand. [...]

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Segelboote

Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:06

Segelboote auf dem See
kreuzen Schattenspielen gleich.
Wolken häufen sich wie Schnee,
Schilf steht zitternd, welk und bleich.
Wie die Segelboote ziehen
unsre Worte hin und her.
Manchen war viel Sinn verliehen,
andre sind ganz tot und leer. [...]

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Schnee

Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:05

Schnee fällt auf die stillen Felder,
ja, ich denke, es wird kalt.
Hinterm Haus die Eichenwälder
stehen wie gemalt.
Und bald ist für eine Weile
alles sorgsam zugedeckt.
Plötzlich wirkt die ganze Eile
wie in’s Bett gesteckt. [...]

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Sad Lisa

Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:03

Man kann nicht ernsthaft sagen, dass du ganz einfach bist.
Du hast auch viel zu tragen und das in kurzer Frist.
Ich kam ganz achtsam wartend ein Stück an dich heran,
mit vorsichtigen Worten, bis ich Vertrau’n gewann.
Dein Kommen wurd allmählich schon fast Institution.
Ich war nie Herr der Lage, doch freute ich mich schon
auf den Begegnungsritus, der wie ein Machtkampf schien.
Ach, deine Sprödigkeiten, die hab ich längst verzieh’n. [...]

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Requiem

Mittwoch, 7. Oktober 2009 9:01

Wir sind uns tausendmal begegnet,
als wäre endlos uns’re Zeit.
Hast nun das Zeitliche gesegnet,
warst du jetzt schon dazu bereit?
Das Schicksal fragt ja nicht nach Jahren,
ihm sind Verdienste ganz egal,
und ob wir einverstanden waren,
am Ende bleibt uns keine Wahl. [...]

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Nicht mehr in den Arm

Mittwoch, 7. Oktober 2009 8:59

Du, Mädchen, bist fast keines mehr,
bist fast so groß wie die Mama.
Der richt’ge Abstand fällt dir schwer.
Was an dir über Nacht geschah,
macht dich und uns zunächst beklommen.
Wir brauchen alle etwas Zeit,
bis wir neu zueinander kommen.
Du weißt, wir sind dazu bereit. [...]

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Leise

Mittwoch, 7. Oktober 2009 8:57

Leise bewegt sich unsere Tür.
Es ist stockdunkel und dann
kommst du herein, ein lautloses Tier,
und schmiegst dich sachte an. [...]

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Leise bricht die Nacht herein

Mittwoch, 7. Oktober 2009 8:51

Leise bricht die Nacht herein.
Der Tag vergeht, es naht Vergessen.
Alles Ungemach wird klein.
Es scheint, wir waren zu vermessen.
All das Glück, das uns verloren schien,
das finden wir jetzt in des Dunkels Falten.
Wir schlummern wie in Kinderzeiten hin
und hoffen irgendjemand wird uns halten. [...]

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Längst vorbei ist der Tag

Mittwoch, 7. Oktober 2009 8:50

Längst vorbei ist der Tag, die Nacht bricht an
und heißt dich ruhig sein.
Einerlei was du nicht erreichtest, musst du dir
jetzt doch verzeihen.
Hast dein Bestes ja versucht, das zählt allein. [...]

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Hilflos stehst du vor dem Krempel

Mittwoch, 7. Oktober 2009 8:48

Hilflos stehst du vor dem Krempel, den du angehäuft,
weißt, dass deine Uhr schon lange läuft.
Was davon hast du gebraucht?
Was war schon zuviel,
als du es für dich genommen hast? [...]

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